PEPPOL BIS Billing 3.0 – aus SAP versenden

Was ist PEPPOL BIS Billing 3.0?

PEPPOL BIS Billing 3.0 ist das international gültige Rechnungsformat im PEPPOL-Netzwerk. Es basiert auf der europäischen Norm EN 16931 und nutzt die UBL-Syntax (Universal Business Language) in der Version 2.1. Verantwortlich für die Pflege ist OpenPEPPOL – ein gemeinnütziger Verband, der die einheitliche Spezifikation über Landesgrenzen hinweg sicherstellt.
Anders als rein deutsche Formate ist PEPPOL BIS Billing 3.0 darauf ausgelegt, dass Sender und Empfänger in unterschiedlichen Ländern sitzen. Identifier, Steuerkategorien und Pflichtfelder folgen einheitlichen, länderübergreifenden Regeln, sodass Empfänger in Belgien, Frankreich oder Skandinavien Rechnungen aus Deutschland direkt automatisiert verarbeiten können.

Wie entsteht eine PEPPOL-BIS-Datei?

Die PEPPOL-BIS-Datei wird in Ihrem SAP-System erzeugt – nicht erst beim Access Point. Aus den SAP-Belegdaten (Kopf, Positionen, Steuern, Geschäftspartner) wird über ein Mapping ein UBL-XML aufgebaut, das den PEPPOL-BIS-Regeln folgt: korrekte Participant-Identifier, Pflichtfelder, Codelisten und Schematron-konforme Strukturen.
Der zertifizierte Access Point übernimmt anschließend drei Aufgaben:

  • Validieren – Prüfung gegen die offiziellen PEPPOL-Schematron-Regeln vor dem Versand.
  • Verpacken – SBDH-Wrapper, digitale Signatur, AS4-konforme Verpackung.
  • Routen – Empfänger via SMP/SML-Lookup auffinden und sicher übergeben.

Wichtig: Der Access Point transformiert kein Format. XRechnung wird nicht „automatisch“ zu PEPPOL BIS – die korrekte Datei muss vorher entstehen.

PEPPOL BIS Billing 3.0 vs. XRechnung vs. ZUGFeRD

Alle drei Formate folgen der semantischen Datennorm EN 16931, unterscheiden sich aber in Syntax, Profilen, Pflichtfeldern, Identifiern und Transportweg.

XRechnung 3.0.x

Deutscher B2G-Standard

ZUGFeRD 2.x / Factur-X

B2B-Hybridformat DE/FR

PEPPOL BIS Billing 3.0

Cross-Border-Standard EU+global

Maintainer KoSIT (DE) FeRD / FNFE-MPE OpenPEPPOL
Syntax UBL 2.1 oder CII CII (in PDF/A-3) nur UBL 2.1
Format reines XML Hybrid: PDF + XML reines XML
Profile 1 (strikt) 5 Profile + „XRECHNUNG“ 1 (strikt)
Mensch lesbar nein ja (PDF-Layer) nein
Transport E-Mail · Portal · PEPPOL E-Mail (PDF-Anhang) PEPPOL-Netzwerk (AS4)
Empfänger-ID Leitweg-ID (B2G) keine spezifische Participant + Endpoint ID
Hauptzweck B2G Deutschland B2B DE/FR grenzüberschreitend
Pflicht in DE Pflicht B2G zulässig zulässig

Praxis-Hinweis

Eine valide XRechnung ist NICHT automatisch ein valides PEPPOL BIS – auch wenn beide UBL nutzen können. Für den Versand über das PEPPOL-Netzwerk braucht es eine eigene Mapping-Schicht (Identifier-Schemata, Codelisten, Schematron-Regeln).

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Wann brauche ich PEPPOL BIS Billing 3.0?

PEPPOL BIS Billing 3.0 wird relevant, sobald Sie über Deutschland hinaus rechnen oder Ihre Empfänger PEPPOL als Pflichtkanal nutzen. Konkrete Beispiele:

  • Belgien – PEPPOL ist ab 2026 verpflichtend für B2B-Rechnungen.
  • Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland – PEPPOL ist Default-Kanal im B2G.
  • Singapur, Australien, Neuseeland – nationale PEPPOL-Pflichten im öffentlichen Bereich.
  • Internationale Konzerntochterunternehmen – zentrale Compliance über ein Netz statt Insellösungen pro Land.
  • Vorbereitung auf ViDA – die EU-Initiative „VAT in the Digital Age“ wird voraussichtlich PEPPOL-ähnliche Strukturen für grenzüberschreitende B2B-Rechnungen vorgeben.

Für rein deutsche B2G- und B2B-Rechnungen reichen XRechnung und ZUGFeRD formell aus. PEPPOL BIS ist die Eintrittskarte ins europäische und globale Netz.

PEPPOL BIS Billing 3.0 mit MailCenter aus SAP versenden

Mit unserem SAP-zertifizierten MailCenter Add-on erzeugen Sie PEPPOL-konforme Rechnungen direkt aus SAP S/4HANA oder SAP ECC. Das Mapping wandelt Auftrags- und Rechnungsdaten in das Format BIS Billing 3.0 (UBL 2.1, EN 16931) um – inklusive korrekter Participant-IDs, Pflichtfelder und Codelisten.
Vor dem Versand prüft das System die Datei lokal gegen die PEPPOL-Schematron-Regeln, sodass Ablehnungen am Access Point vermieden werden. Den Versand übernimmt unser zertifizierter PEPPOL Access Point: SMP-Lookup des Empfängers, AS4-Transport, signierte Übergabe ins PEPPOL-Netzwerk. Den Status jeder Sendung sehen Sie im MailCenter-Cockpit.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Direkt aus SAP – keine zusätzliche Plattform, kein Medienbruch.
  • Lokale Validierung vor Versand – weniger Rückläufer.
  • Zertifizierter PEPPOL Access Point – EU- und internationale Compliance.
  • ViDA-vorbereitet – abgestimmt auf kommende EU-Anforderungen.
  • Voll integriert mit XRechnung und ZUGFeRD – alle Formate aus einer Lösung.
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FAQ

Brauche ich PEPPOL BIS, wenn meine Kunden in Deutschland sitzen?
Für rein nationale B2B- und B2G-Rechnungen reichen XRechnung und ZUGFeRD aus. PEPPOL BIS Billing 3.0 wird relevant, sobald Sie über Deutschland hinaus rechnen – oder wenn Empfänger PEPPOL als bevorzugten Kanal verlangen.
Ist eine XRechnung automatisch ein PEPPOL BIS?
Nein. Beide basieren auf EN 16931 und nutzen UBL, unterscheiden sich aber in Identifier-Schemata, Pflichtfeldern und Validierungsregeln. Für den PEPPOL-Versand braucht es eine eigene Mapping-Schicht.
Was ist der Unterschied zwischen Format und Netzwerk?
XRechnung und ZUGFeRD sind XML-Formate – Strukturen für Rechnungsdaten. PEPPOL ist beides: ein Format (BIS Billing 3.0) und ein internationales Netzwerk mit zertifizierten Access Points, das den sicheren AS4-Transport regelt.
Wie ist die Lösung für ViDA vorbereitet?
„VAT in the Digital Age“ verlangt voraussichtlich ab 2030 strukturierte E-Rechnungen für grenzüberschreitende B2B-Transaktionen plus digitales Echtzeit-Reporting. Da MailCenter bereits PEPPOL-konform versendet und alle EN-16931-Formate unterstützt, sind Sie für die kommenden Anforderungen technisch vorbereitet.

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Thilo Kiefer

Thilo Kiefer

CEO und Produktmanager SAP Add-Ons

Echte Innovation entsteht für mich dort, wo Technik den Menschen dient und nicht umgekehrt.