Die Geschichte der E-Mail

Kontaktdaten: Telefonnummer, E-Mail Adresse, soziale Medien, danach erst folgt die Postanschrift. Die E-Mail ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber wie fing das eigentlich alles an? Was wissen Sie über die Geschichte der E-Mail?

Menschen kommunizieren schon seit Jahrhunderten schriftlich. Papier ist geduldig, und das gilt heutzutage auch für das elektronische Briefpapier. Wir haben nachgeforscht,

  • wann die erste E-Mail geschrieben wurde
  • wer sie abgeschickt hat
  • warum es dazu kam
  • welchen Inhalt diese allererste elektronische Nachricht hatte
  • welche Entwicklung die E-Mail bis heute durchlaufen hat.

Die Geschichte der E-Mail ist durchaus spannend, denn aus der einstigen Spielerei ist ein ernsthaftes Medium der Kommunikation geworden!


Die Geschichte der E-Mail

Die Geschichte der E-Mail

E-Mail – so hat es begonnen

Als E-Mail bezeichnet man heute ein System der computerbasierten Verwaltung von Nachrichten, die in der Regel briefähnlich verfasst sind und über Computernetzwerke übertragen werden. E-Mails werden jedoch auch die Nachrichten selbst genannt.

Erst gegen Ende der 1980er kam die E-Mail wirklich in Gebrauch. Sie nutzte als eine der ersten Anwendungen das Arpanet. Die Initiatoren von Arpanet wurden davon mehr oder weniger überrascht, denn die Möglichkeit des Versenden elektronischer Nachrichten sahen sie nicht als wichtig an. 1967 sagte Lawrence Roberts noch, das Versenden der Botschaften zwischen Netzwerkteilnehmenden sei „not an important motivation for a network of scientific computers.“ (Zitat entnommen aus Wikipedia, zuletzt besucht am 19.06.2020).

Vorläufer der E-Mail

Die Idee, in einem bestehenden Netzwerk Nachrichten von einem Computer zum anderen zu senden, hat selbstverständlich eine Geschichte – die Technik musste das erst einmal hergeben. Tatsächlich hat die E-Mail einen Vorläufer. Und zwar war das das MAIL-Systemkommando, über das die Erweiterung Multics für das CTSS Time-Sharing-System des MIT verfügte. Glenda Schroeder, ihr Kollege Louis Pouzin und der ebenfalls beteiligte Pat Crisman hatten das bereits im Jahr 1964/65 vorgeschlagen, 1965 wurde die Erweiterung dann auch von Tom Van Vleck implementiert.

1968 regte J. C. R. Licklider an, innerhalb des Arpanets Nachrichten zu versenden. Die Entwickler diskutierten diese Möglichkeit ausführlich, wie im Mail Box Protocol von Richard W. Watson vom 20. Juli 1971 nachzulesen ist. Multics wurde im Oktober des Jahres 1971 ans Arpanet angeschlossen, und es enthielt bereits ein Mail-Programm, das die Kommunikation der Nutzer und Nutzerinnen untereinander ermöglichen solle. Anfang 1972 wurde ein eigenständiges Mail-Programm implementiert, so dass Arpanet jetzt auch offiziell über diese Möglichkeit verfügte. Das tat die MAC Networking Group unter der Leitung von Mike Padlipsky.

Wer ist der Erfinder der E-Mail

Ray Tomlinson gehörte zum Forschungsunternehmen Bolt, Beranke and Newman (kurz BBN), in dem das Netzwerk TENEX entwickelt wurde. Das System stand auf vielen Rechnern zur Verfügung, die im Arpanet verbunden waren. Tomlinson beschäftigtes sich mit der Übermittlung von Nachrichten über das Programm SNDMSG, das den Benutzern des Großrechners zur Verfügung stand. Außerdem war er am Protokoll CPYNET beteiligt. CPYNET ermöglichte es, Dateien von einem Computer zum anderen zu übertragen. Diese Programme kamen sehr früh auf, sie existierten seit Anfang der 1960er. Sie waren jedoch noch sehr rudimentär, wenn man sie mit späteren Mail-Programmen vergleicht. Aber immerhin ermöglichten sie es, einen Text in die Mailbox anderer Benutzer des Computers einzufügen. Eine Mailbox war zu der Zeit noch eine einzelne Datei, die lediglich von einem einzigen Benutzer gelesen werden konnte.

Im Jahr 1971 veränderte Tomlinson CPYNET dahingehend, dass er vorhandene Dateien ergänzen konnte. Die arbeitete er in SNDMSG ein. Und das führte zur ersten E-Mail überhaupt!

Was stand in der ersten E-Mail?

Tomlinson verwendete diese Technik, um seinen Kollegen eine Nachricht zu schicken: Er informierte sie auf genau diesem Weg darüber, dass es nun möglich sei, Nachrichten über das Netzwerk zu senden. Er gab die Anweisung, eine Adresse in einer festgelegten Reihenfolge zu schreiben: Benutzername des Adressaten, @, Hostname des Computers.

Aber war das schon eine E-Mail, die wir auch heute als solche bezeichnen würden? Oder sollte man diese erste geteilte Nachricht nicht doch eher als eine geteilte Datei bezeichnen? Aus dem Arpanet entwickelte sich in den frühen 1980er Jahren das Internet. Gleichzeitig entstanden in den meisten dieser Netzwerke Systeme, die es den Nutzern und Nutzerinnen ermöglichten, Nachrichten zu übertragen. Das waren schon frühe Mailbox-Systeme wie X.25 oder Novell sowie BTX. Mitte der 1990er Jahre wurden diese Systeme stark verdrängt, denn das Internet breitet sich aus.

Die erste in Deutschland empfangene Internet-E-Mail (also eine E-Mail, die über das Internet statt Arpanet verschickt wurde) ging am 3. August 1984 um 10:14 Uhr MEZ bei Michael Rotert an der Universität Karlsruhe ein. Die E-Mail Adresse: rotert@germany. Gesendet hatte sie Laura Breeden von der Adresse breeden@csnet-sh.arpa über die US-amerikanische Plattform SNET aus Cambridge, sie war am 2. August 1984 um 12:21 Uhr abgeschickt worden. Gleichzeitig ging eine Kopie als CC an Werner Zorn (zorn@germany), der der Leiter des Projekts war. Und was war nun der Inhalt dieser ersten richtigen E-Mail?

„Willkommen in CSNET! Michael, This is your official welcome to CSNET.“ (Zitat entnommen aus Wikipedia, zuletzt besucht am 19.06.2020)

Von der E-Mail zur Mailingliste

Heute werden Emails in der Regel mit SMTP versendet. Unterschiedliche Protokolle wie POP3, IMAP und Webmail erlauben das Abrufen vom Zielserver. Im LAN oder WAN wird bisweilen auch der offene Standards X.400 genutzt. Bis es aber soweit kam, war es insgesamt ein weiter Weg …

Im Arpanet hatte sich schon in den 1970ern eine Mailingliste mit dem Titel SF-LOVERS gebildet. Das war unerwünscht, denn eine öffentliche Diskussion über Science-Fiction hatte nun mit den Forschungszielen nichts zu tun. Die Liste wurde gesperrt, später aber als Pilotprojekt wieder eröffnet. Sie diente der Erforschung von Verwaltung und Betrieb großer Mailinglisten. Eine Mailingliste bietet bis heute einer geschlossenen Gruppe von Menschen die Chance, Nachrichten in Briefform auszutauschen. Nur innerhalb diese rGruppe sind die Nachrichten öffentlich. Newsgroups und Internetforen sind genau genommen eine Weiterentwicklung von Mailinglisten.

Die Teilnehmer einer Mailingliste sind in der Regel gleichberechtigt. Als Tools für die multidirektionale Kommunikation sind Mailinglisten bis heute das Mittel der Wahl. Technisch gesehen ist eine Mailingliste eine Liste von E-Mail Adressen, die selbst eine E-Mail Adresse hat. So können sich die Mitglieder der Mailingliste untereinander ganz einfach anschreiben. Kenntnisse bezüglich der verschiedenen beteiligten E-Mail Adressen sind nicht nötig, denn der Mail Transfer Agent leitet jede an die Adresse der Mailingliste eingehende Nachricht weiter an alle Mitglieder der Liste.

E-Mail Funktionsweise: Diese Technik steckt dahinter

Zuerst einmal wird eine E-Mail Adresse benötigt. Diese bezeichnet den Empfänger der E-Mail eindeutig und ermöglicht so die Zustellung. Die E-Mail Adresse setzt sich zusammen aus dem local-part, dem @ und dem domain-part. Wenn Sie eine E-Mail verfassen, tippen Sie auf Ihrem digitalen Endgerät den Text in eine Maske ein. Die Maske wird Ihnen von Ihrem Mail-Programm angezeigt. Das Programm leitet die Nachricht, umgewandelt in ein digitales Signal, über das WLAN weiter in das öffentliche Netz. Dort wird die Nachricht an den Mailserver des Providers verschickt. Der Mailserver leitet die E-Mail weiter über das Internet in das Postfach des Adressaten. Der (oder die) hat auf dem Smartphone ein E-Mail Programm installiert. Das Programm ruft in regelmäßigen Abständen über UMTS und den Telekommunikationsanbieter die E-Mails ab. Sowie Ihre E-Mail angekommen ist, wird sie automatisch auf das Smartphone des Adressaten geladen.

Die technischen Details würden den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen, daher beschränken wir uns hier auf ein absolutes Minimum. E-Mails bestehen nur aus Textzeichen, also aus 7-Bit-ASCII-Zeichen. Das ist durch den RFC 5322 festgelegt. Allerdings können inzwischen auch andere Zeichen übertragen werden – das ist in weiteren Standards definiert. Quoted-Printable beispielsweise ist ein solcher Standard – er ermöglicht die Darstellung des _Buchstaben „ß“ (Zeichenkette: =DF). Vielleicht haben Sie schon von dem Standard MIME gehört? Das ist eine ganze Serie, und diese Standards sind inzwischen sehr weit verbreitet. Denn sie erlauben auch Sonderzeichen und Binär-Dateien. Technisch ist die Größe einer E-Mail nicht begrenzt. Allerdings setzen die Systeme, die Mails handhaben, Grenzen. Provider, Mailserver und Provider können jederzeit die Größe einer einzelnen E-Mail begrenzen.

Statistiken der E-Mail-Nutzung: Wer sendet was wann und warum?

E-Mails sind das wichtigste Kommunikationsmedium überhaupt geworden. 2014 versandten die Deutschen insgesamt etwa 506,2 Milliarden E-Mails. 2015 existierten weltweit geschätzte 4,353 Milliarden E-Mail Konten, die von 2,586 Milliarden Nutzern und Nutzerinnen auch tatsächlich verwendet wurden. Und gut 81 Prozent aller Deutschen nutzten im Jahr 2015 E-Mails auf die eine oder andere Art und Weise. 2019 waren es laut Statista 86 Prozent der Deutschen, wobei die Tendenz weg vom Desktop und Laptop und hin zum Smartphone geht. Prognosen gehen davon aus, dass die Nutzung von E-Mails in Deutschland auch weiterhin zunehmen wird. Dabei halten die deutschen E-Mail Anbieter einen Marktanteil von knapp zwei Dritteln, erst danach kommen Gmail und Outlook (nachzulesen im Blog WiWo, zuletzt besucht am 23.06.2020).

Natürlich ist nur ein kleiner Bruchteil dieser vielen Nachrichten wirklich relevant und erwünscht. Etwa 90 Prozent aller E-Mails, die insgesamt weltweit versandt werden, sind Spam, also Abfall oder Plunder. Diese E-Mails werden unerwünscht zugesendet und enthalten in den meisten Fällen schlicht Werbung. Für den Dezember 2019 gibt Statista für Postfächer von Unternehmen weltweit 55,3 % Spam-Anteil an, die übrigen Monate des Jahres 2019 liegen ebenfalls bei 54 % bis 55,4 % (Vgl. Veröffentlichung von Statista am 15.06.2020, zuletzt besucht am 23.06.2020). Man geht davon aus, dass die meisten E-Mails, die in deutschen Postfächern privater Natur landen, Newsletter sind. Auf Platz 2 rangierten 2019 Bestell- und Versandbestätigungen der Online-Shops. Die Kommunikation per E-Mail ist zwar Teil des Alltags, aber wie beim analogen Brief ist der Anteil an „Postwurfsendungen“ (respektive Werbung) doch recht hoch …


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