SAP S/4HANA Versionen Vergleich


Im Vergleich der SAP S/4HANA Versionen ist 2025 das aktuellste On-Premise-Release – verfügbar seit Oktober 2025, mit Mainstream-Wartung bis Ende 2032. Die Releases 2020 bis 2022 fallen zwischen Ende 2025 und Ende 2027 aus der Wartung. Seit dem Release 2023 liefert SAP nur noch alle zwei Jahre ein Hauptrelease und gewährt sieben statt fünf Jahre Wartung.

„Welche S/4HANA-Version soll ich einsetzen?“ gehört zu den häufigsten Fragen beim Umstieg von SAP ECC oder bei der Pflege eines bestehenden Systems. Entscheidend sind dabei weniger die Funktionsunterschiede als die Wartungsfristen und der Release-Rhythmus, den SAP mit dem Release 2023 umgestellt hat. Dieser Beitrag vergleicht die Release-Stände 2020 bis 2025 mit ihren Terminen, den wichtigsten Neuerungen und einer Empfehlung, welches Release für wen passt.

Was bedeuten Versionsnummern wie „1909“ und „2023“?

Die Versionsnummer steht für das Erscheinungsjahr des Release. Bis 2019 nutzte SAP ein vierstelliges Format aus Jahr und Monat – etwa 1511 für November 2015 (das erste S/4HANA-Release überhaupt) oder 1909 für 2019. Seit dem Release 2020 verwendet SAP nur noch die reine Jahreszahl.

Zur sauberen Abgrenzung: Hier geht es um die Release-Stände von SAP S/4HANA, also das jährliche beziehungsweise zweijährliche Innovationspaket. Davon zu trennen ist das Betriebsmodell – On-Premise, Private Cloud oder Public Cloud. Die genannten Termine gelten für die On-Premise- und Private-Cloud-Welt mit klar abgegrenzten Release-Ständen. Die Public-Cloud-Variante versorgt SAP dagegen laufend mit halbjährlichen Updates.

Neuer Release-Rhythmus ab 2023

Von 2015 bis 2022 lieferte SAP jedes Jahr ein neues S/4HANA-Release mit fünf Jahren Wartung. Mit dem Release 2023 hat SAP das geändert – was auch erklärt, warum es kein „2024“ gibt. SAP hat diesen Schritt offiziell angekündigt (SAP News: Release- und Wartungsstrategie):

  • Zwei-Jahres-Rhythmus: Hauptreleases erscheinen nur noch alle zwei Jahre. Auf 2023 folgte deshalb direkt 2025, danach ist 2027 (geplant für Oktober 2027) an der Reihe.
  • Sieben statt fünf Jahre Wartung: Ab dem Release 2023 verlängert SAP die Mainstream-Wartung auf sieben Jahre. Das senkt den Upgrade-Druck spürbar.
  • Feature Package Stacks (FPS): In den ersten beiden Jahren eines Release liefert SAP drei FPS im Abstand von etwa sechs Monaten aus – Erweiterungen, die sich ohne großes Upgrade einspielen lassen. Danach folgen reine Support Package Stacks mit Fehlerkorrekturen und rechtlichen Anpassungen.

SAP hat zugesagt, dass bis mindestens 2040 immer wenigstens ein S/4HANA-Release in Wartung bleibt. Für die langfristige Planung ist das ein wichtiger Anker.

Die SAP S/4HANA Versionen im Vergleich: Release-Stände auf einen Blick

Der planungsrelevanteste Wert ist das Ende der Mainstream-Wartung:

Release Verfügbar seit Ende Mainstream-Wartung Status (Stand Mitte 2026)
S/4HANA 2020 Oktober 2020 31.12.2025 Wartung ausgelaufen → kundenspezifische Wartung
S/4HANA 2021 Oktober 2021 31.12.2026 Wartung endet Ende 2026
S/4HANA 2022 Oktober 2022 31.12.2027 in Mainstream-Wartung
S/4HANA 2023 Oktober 2023 31.12.2030 „Anker-Release“, 7 Jahre Wartung
S/4HANA 2025 8. Oktober 2025 31.12.2032 aktuellstes Release, 7 Jahre Wartung

Endet die Mainstream-Wartung, rutscht das System automatisch in die kundenspezifische Wartung. Diese liefert keine neuen Support Packages und – für viele Unternehmen der springende Punkt – keine gesetzlichen Anpassungen mehr. Im deutschen Umfeld mit laufenden Steuer- und Meldevorschriften ist das ein handfestes Risiko.

Was jedes Release Neues brachte

Die funktionalen Sprünge zwischen den Releases fallen schrittweise aus – die eigentliche Weichenstellung liegt beim Rhythmuswechsel 2023 und beim KI-Schub 2025.

S/4HANA 2020 und 2021 standen im Zeichen der Fiori-Modernisierung, erster Machine-Learning-Szenarien (Situation Handling) und ausgebauter eingebetteter Analytik. Ihre Mainstream-Wartung endet Ende 2025 (2020) beziehungsweise Ende 2026 (2021).

S/4HANA 2022 vertiefte prädiktive Funktionen und Compliance-Themen und legte erste Grundlagen bei der Nachhaltigkeit. Es ist das letzte Release im alten Fünf-Jahres-Modell.

S/4HANA 2023 ist das von SAP so genannte „Anker-Release“: neuer Technologie-Stack, gestärkte Unterstützung für das RESTful ABAP Programming Model (RAP) und ABAP Cloud, klarer Fokus auf das Clean-Core-Prinzip und Start der Sieben-Jahres-Wartung. Für Umstiege von ECC oder älteren S/4HANA-Ständen eignet es sich – innerhalb seines Wartungsfensters bis 2030 – gut als Ziel-Release.

S/4HANA 2025 setzt auf KI und Automatisierung. Der SAP-Assistent Joule und agentische KI übernehmen wiederkehrende Aufgaben in Finanzwesen, Einkauf und Supply Chain; hinzu kommen Echtzeit-Anomalieerkennung, prädiktives Accounting und ein rollierender Cash-Forecast direkt im System. Für die Compliance zählt das Green Ledger mit CO₂-Erfassung auf Belegebene (CSRD/ESG). Bei der Erweiterbarkeit hat SAP im August 2025 das A–D-Extensibility-Modell eingeführt, das Anpassungen nach ihrer Upgrade-Sicherheit einordnet. Auf der Oberfläche sorgen Fiori (Horizon-Theme), „My Home“ und SAP Mobile Start für einen moderneren Arbeitsalltag. Ein Detail für die Praxis: Viele KI-Funktionen wie Joule laufen cloudseitig über die SAP BTP – die funktionalen, UX- und Entwicklungs-Neuerungen stehen aber auch On-Premise bereit.

Wartungsfristen als Entscheidungsfaktor

Wer über die richtige S/4HANA-Version nachdenkt, sollte beim Kalender anfangen, nicht bei der Funktionsliste. Zwei Fristen prägen die Roadmap im deutschen Mittelstand. Für SAP ERP 6.0 (EHP 6–8) endet die Mainstream-Wartung am 31.12.2027; eine kostenpflichtige Extended Maintenance ist gegen Aufpreis bis 2030 möglich. Für ältere Enhancement Packages (EHP 0–5) ist die Wartung schon Ende 2025 ausgelaufen. Wer noch auf ECC arbeitet, hat also ein enges Zeitfenster. Und wer heute auf S/4HANA 2020 oder 2021 sitzt, plant den Sprung am besten direkt auf ein aktuelles Release, statt sich durch mehrere Zwischenupgrades zu arbeiten.

Die Faustregel für die meisten Projekte: auf einem Release mit langer Restlaufzeit landen – 2023 (bis 2030) oder 2025 (bis 2032) – und nicht auf einem Stand, der bald wieder aus der Wartung fällt.

Welche SAP S/4HANA-Version ist die richtige für Sie?

Eine kompakte Entscheidungshilfe:

  • Frischer Umstieg von ECC (Greenfield oder System Conversion): in der Regel S/4HANA 2025. Es bietet die längste Wartung (bis 2032), den vollen KI-Funktionsumfang und die aktuellsten Clean-Core-Werkzeuge – so vermeiden Sie ein baldiges Nachziehen.
  • Bereits auf 2023: kein Handlungsdruck. Sie bleiben komfortabel bis 2030 und wechseln erst dann – oder bei konkretem Bedarf an den KI-Funktionen – auf 2025 oder 2027.
  • Auf 2020, 2021 oder 2022: Upgrade einplanen. 2020 ist bereits aus der Mainstream-Wartung, 2021 fällt Ende 2026, 2022 Ende 2027. Ziel-Release ist 2025.
  • Treiber ist eingebettete KI (Joule, agentische Prozesse): dann führt kaum ein Weg an 2025 vorbei.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist die aktuellste SAP-S/4HANA-Version?

Das aktuellste On-Premise-Release ist SAP S/4HANA 2025, verfügbar seit dem 8. Oktober 2025. Die Mainstream-Wartung läuft bis Ende 2032.

Warum gibt es kein SAP S/4HANA 2024?

Weil SAP mit dem Release 2023 auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus umgestellt hat. Auf 2023 folgte deshalb direkt 2025; das nächste Hauptrelease ist für Oktober 2027 geplant.

Wie lange wird SAP S/4HANA 2023 unterstützt?

Für 2023 gilt erstmals die verlängerte Sieben-Jahres-Wartung – die Mainstream-Wartung endet am 31.12.2030.

Wann endet die Wartung für SAP ECC?

Für SAP ERP 6.0 (EHP 6–8) endet die Mainstream-Wartung am 31.12.2027, mit optionaler Extended Maintenance gegen Aufpreis bis 2030. Danach ist ein Wechsel auf SAP S/4HANA praktisch unumgänglich.

Muss ich jedes Release mitnehmen?

Nein. Dank Sieben-Jahres-Wartung genügt es, im Wartungsfenster zu bleiben. Zwischenreleases lassen sich überspringen; wichtig ist nur, nicht in die kundenspezifische Wartung zu rutschen, in der keine gesetzlichen Anpassungen mehr kommen.

Fazit: Fristen schlagen Funktionen

Der Vergleich der S/4HANA-Versionen läuft für die meisten Unternehmen auf zwei Fragen hinaus: Wie lange läuft die Wartung – und wie viele Zwischenupgrades erspare ich mir? Wer neu auf S/4HANA geht, fährt mit 2025 am längsten sicher; wer auf 2023 ist, hat bis 2030 Ruhe. Wichtig ist, nicht auf einem auslaufenden Stand zu bleiben, denn in der kundenspezifischen Wartung kommen keine gesetzlichen Änderungen mehr.

Genau hier lohnt der Blick über das Release hinaus: Die B2B-E-Rechnungspflicht (§ 14 UStG) gilt unabhängig davon, ob Sie auf S/4HANA 2022, 2023 oder 2025 arbeiten – teils auch noch auf ECC. Als SAP-PartnerEdge-Build-Partner entwickeln wir bei Munich Enterprise Software Add-ons, die release-übergreifend auf SAP ECC und S/4HANA laufen und Formate wie ZUGFeRD und XRechnung direkt aus dem System erzeugen und empfangen – Clean-Core-orientiert und ohne Cloud-Zwang. So bleibt Ihre E-Rechnung verlässlich, egal auf welchem Release Sie stehen.

Sie planen einen Umstieg oder ein Upgrade und wollen wissen, wie sich E-Rechnung und Ausgangsnachrichten sauber in Ihr Ziel-Release einfügen? Sprechen Sie uns an.

Thilo Kiefer

Thilo Kiefer

CEO und Produktmanager SAP Add-Ons

Echte Innovation entsteht für mich dort, wo Technik den Menschen dient und nicht umgekehrt.