Was ist ein Kernprozess?

Kernprozesse sind die strategisch wichtigen Prozesse im Unternehmen.  Sie leiten sich aus den Kernkompetenzen einer Organisation ab. Kernprozesse beginnen und enden beim Kunden.

Den Begriff „Kernprozess“ finden wir auch im Bereich des Qualitätsmanagement – Eine gute Definition findet sich in dem Buch Qualitätsmanagement: Begriffe und Definitionen, 12. aktualisierte Auflage 2017 (auf Stand der ISO 9001 : 2015) – TÜV SÜD Akademie GmbH

„Kernprozess – Prozess, der unter Berücksichtigung der Unternehmensausrichtung strategisch wichtig ist und wesentlich zum Geschäftserfolg beiträgt. Kernprozesse zeichnen sich durch folgende Aspekte aus: Wertschöpfung, der (externe) Kunde steht am Anfang und am Ende des Prozesses, sie tragen wesentlich zum Unternehmenserfolg und zur Kundenzufriedenheit bei, sie haben direkten Kundenbezug und direkte Kundenauswirkung, der Kunde ist bereit, für den Output des Prozesses zu bezahlen.“

Warum ist die Benennung der Kernprozesse wichtig?

  • Jede Firma muss sich auf die Entwicklung dieser Kernprozesse konzentrieren, damit es seine wettbewerbsentscheidenden Kompetenzen in der Prozessleistung voll ausspielen kann. Je nach Wettbewerbsstrategie ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Organisation und Prozesse.
  • Durch die Bennung von Kernprozessen durch das Management ergeben sich zahlreiche Vorteile. Die Kommunikation wird erheblich erleichtert und das Projektteam kann sich besser fokussieren. Eine fehlende Analyse der Geschäftsprozesse zu Beginn der Einführung von ERP, CRM, SCM und SRM Systemen, führt i.d.R. zu einer ineffizienten Kommunikation zwischen den Abteilungen und dem Projektteam, die Projektqualität leidet und die Kundenerwartungen bleiben unerfüllt.

Dokumentation der Kernprozesse – Ziele

  • Zielgerichtete Einführung von ERP, CRM, SCM oder SRM Systemen
  • Erleichterung von:
  • Geschäftsprozesse an andere Standorte zu übertragen
  • Mitarbeiterschulung und -einarbeitung
  • Kommunikation
  • Transparenz für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten
  • Wissensverlust (zum Beispiel durch Mitarbeiterabgang) zu vermeiden
  • Festlegung von Prozesskennzahlen und Überwachung der Prozessleistung
  • Vorbereitung / Durchführung einer Geschäftsprozessoptimierung

Kernprozss – Merkmale & Einflussfaktoren

Ein Kernprozess hat 3 Merkmale

  • hohe strategische Bedeutung
  • Querlage zu traditionellen Abteilungen
  • enorme Reichweite: – von der Schnittstelle mit Lieferanten bis zu Schnittstellen mit den Kunden; der Prozess beginnt beim Kunden und endet auch dort wieder

Einflussfaktoren

Vorgehen zur Bestimmung der Kernprozesse

Analyse von:

  1. Geschäfts-/Wettbewerbsstrategie

Strategie beinhaltet zwei Sichtweisen

– Marktorientierte Sicht: Marktkompetenzen (Kostenführerschaft vs. Differenzierung)

– Ressourcenbasierte Sicht: Kernkompetenzen

Je nach Wettbewerbsstrategie ergeben sich unterschiedliche

– Effizienzkriterien und Erfolgsfaktoren

– Anforderungen an Organisation und Prozesse

  1. Geschäftsmodell (Beziehungen zu Geschäftspartnern)
  2. Aufzählung der Hauptprozesse
  3. Bestimmung der strategischen Relevanz: Kernprozesse – Supportprozesse

Kriterien für die Identifikation von Kernprozessen

  • direkter Bezug zu Kernkompetenzen
  • strategisch entscheidende Bedeutung
  • Herstellung eines wahrnehmbaren Kundennutzens
  • Begründung eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils
  • Ausrichtung auf externe Leistungsempfänger (unmittelbarer Marktkontakt)

Fragen für die Identifikation von Kernprozessen

  • Wer ist die Zielgruppe / Zielmarkt für das Ergebnis aus dem Prozess?
  • Welches ist unser Angebot für diese Zielgruppe?
  • Wie hebt sich unser Angebot vom Wettbewerb ab?
  • Worin besteht der Wettbewerbsvorteil?
  • Welchen Anteil hat der Prozesse am Unternehmenserfolg (Umsatz, Marge etc.)
  • Welche strategische Bedeutung hat der Prozess für das Business?
  • Wie häufig kommt der Prozess vor?